Artikel 19 UN-KRK
Worum geht es?


Die Polizeiliche Kriminalstatistik zu den Zahlen kindlicher Gewaltopfer zeigt jedes Jahr eine erschreckende Wahrheit: Gewalt gegen Kinder ist in unserer Gesellschaft ein alltägliches Problem.  Dabei haben Kinder ein Recht auf Schutz vor Gewalt wie es Art. 19 der UN-KRK formuliert. Darin steht:

(1) Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenzufügung oder Misshandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Missbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.

(2) Diese Schutzmaßnahmen sollen je nach den Gegebenheiten wirksame Verfahren zur Aufstellung von Sozialprogrammen enthalten, die dem Kind und denen, die es betreuen, die erforderliche Unterstützung gewähren und andere Formen der Vorbeugung vorsehen sowie Maßnahmen zur Aufdeckung, Meldung, Weiterverweisung, Untersuchung, Behandlung und Nachbetreuung in den in Absatz 1 beschriebenen Fällen schlechter Behandlung von Kindern und gegebenenfalls für das Einschreiten der Gerichte.

In Deutschland gilt seit 2000 das Gewaltverbot in der Erziehung. Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine Einschränkung des Erziehungsrechts der Eltern in § 1631 Abs. 2 BGB.  Darin heißt es:

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

Obwohl dieses Verbot ausdrücklich zu begrüßen ist, hat es in den letzten 20 Jahren noch nicht vollständig zu einem gesellschaftlichen Wandel geführt, auch wenn immer weniger Eltern ihre Kinder aus Überzeugung schlagen.

Art. 19 UN-KRK beinhaltet vor allem eine Präventionsaufgabe. Die Staaten sollen neben Maßnahmen zur Aufdeckung von Gewalt und Nachbetreuungsangeboten, vor allem die Familien stärken, da Gewalt gegen Kinder hier am häufigsten, etwa auf Grund von Überforderung, Stress, Suchterkrankungen und psychischen Krankheiten oder aufgrund eigener Gewalterfahrungen am häufigsten vorkommt. Kinder sollen Beistand erhalten, etwa durch Hotlines, Beratungsstellen oder Ansprechpartner*innen vor Ort. Außerdem sollen medizinische und pädagogische Fachkräfte wie Ärzt*innen, Kitamitarbeiter*innen oder Lehrer*innen zum Thema Gewalt geschult und Meldepflichten bei Verdachtsfällen gegenüber dem Jugendamt oder der Polizei implementiert werden.

 

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