Artikel 31 UN-KRK
Worum geht es?


Früher wurde Spielen als erziehungsfeindlich unterdrückt oder gerade noch in der Freizeit toleriert. Seit Jean-Jacques Rousseaus Erziehungsroman Emile aber ist klar, dass im Spiel verschiedenste körperliche und geistige Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Emotionen entwickelt werden können. Diesem Gedanken folgt auch die UN-Kinderrechtskonvention in Art. 31. Darin steht:

(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.

(2) Die Vertragsstaaten achten und fördern das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben und fördern die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung sowie für aktive Erholung und Freizeitbeschäftigung.

Das Kinderrecht auf Erholung und Freizeit ist ein wesentlicher Baustein der UN-Kinderrechtskonvention, denn es dient dem Wohl und der Identitätsbildung von Kindern.

Das Recht auf Ruhe gilt für den Bildungs-, Ausbildungs-, und Berufsbereich, im Rahmen von der Erziehung und bei der Freizeitgestaltung. Zum Recht auf Ruhe gehören unter anderem ausreichend Schlaf und angemessene Pausen. So sollen übermäßige Anspannungen sowie stress- und druckbedingte Krankheiten verhindert werden.

Das Recht auf Freizeit erkennt an, dass es für jedes Individuum wichtig ist, Zeit für sich selbst zu haben, den eigenen Neigungen und Interessen nachzugehen oder einfach mal Nichts zu tun. Für die Staaten bedeutet das, dass sie Freizeitangebote für Kinder schaffen müssen und dabei an alle Kinder denken sollen, also beispielsweise auch die Barrierefreiheit beachten müssen.

Das Recht auf Spiel und altersmäßige aktive Erholung gab es vor der UN-KRK in noch keinem völkerrechtlichen Dokument. Das Recht basiert auf der Erkenntnis, dass Kinder durch Spielen lernen, soziale Fähigkeiten entwickeln und die kognitive Entwicklung gefördert wird. Spielen bedeutet auch, frei, unkontrolliert und ungelenkt von Erwachsenen zu agieren, Kreativität zu entwickeln und dem Inneren zu folgen. Altersgemäß aktive Erholung ist dagegen von Erwachsenen organisiert, darf aber auch nicht mit Zwang erfolgen.

Das Recht auf Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben umfasst die Entscheidung, ob Kinder an solchen Angeboten teilnehmen wollen oder nicht. Außerdem das Recht von Kindern, sich Erwachsenen bei ihrem künstlerischen oder kulturellen Tätig werden anzuschließen und auch die Pflicht des Staates, ein eigenes kindgerechtes Kunst- und Kulturangebot für Kinder zu schaffen, bei dem Kinder auch selbst kreativ werden können.

Dieses Recht gilt sowohl zu Hause, also auch in der Schule, öffentlichen Plätzen und Anlagen oder anderswo. Der Staat erschafft deshalb beispielsweise Spielplätze, Spielstraßen und Grünanlagen. Es geht aber noch weit darüber hinaus, denn auch die Sensibilisierung von Fachkräften, etwa in der Schule oder Kita, für die Bedürfnisse von Kindern nach Spiel und Freizeit, sind Teil dieses Rechts.

Auch dieses Recht gilt nicht schrankenlos, denn dem Staat verbleiben auch Schutzpflichten gegenüber den Kindern, etwa bei Gesundheitsgefahren oder Sicherheitsrisiken. Ein Beispiel dafür ist die Reglementierung von Spieleapps auf Smartphones.

 

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