Artikel 33 UN-KRK
Worum geht es?


Der Drogenkonsum bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu: Jede*r zehnte Schüler*in in Deutschland hat Erfahrungen mit Cannabis gesammelt und die Konsument*innen werden immer jünger. Die Staaten müssen hier etwas tun, heißt es in Art. 33 der UN-Kinderrechtskonvention. Darin steht:

Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen einschließlich Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um Kinder vor dem unerlaubten Gebrauch von Suchtstoffen und psychotropen Stoffen im Sinne der diesbezüglichen internationalen Übereinkünfte zu schützen und den Einsatz von Kindern bei der unerlaubten Herstellung dieser Stoffe und beim unerlaubten Verkehr mit diesen Stoffen zu verhindern.

Art. 33 UN-KRK steht in engem Zusammenhang mit Art. 24 UN-KRK, dem Recht auf Gesundheitsschutz. Dass der Konsum von Suchtstoffen für Kinder gefährlich ist, überrascht heute niemanden mehr und trotzdem steigen die Zahlen der jungen Konsument*innen weiter an.

Für einen Forschungsbericht hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, BzgA, im Jahr 2020 folgende Daten zum Drogenkonsum junger Menschen in Deutschland veröffentlicht:

Die Befragung des Jahres 2019 zeigt, dass gegenwärtig insgesamt 7,2 % aller 12- bis 17-jährigen Jugendlichen in Deutschland rauchen. Etwa jeder fünfte Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren hat schon einmal Wasserpfeife geraucht (20,9 %). Etwa jeder siebte Jugendliche hat schon einmal den Konsum von E-Zigaretten (14,5 %) und etwa jeder neunte Jugendliche den Konsum von E-Shishas (11,0 %) ausprobiert.

Die Befragung zeigt zum Thema Alkohol, dass insgesamt 63,4 % der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen schon einmal Alkohol getrunken haben. 9,0 % dieser Altersgruppe trinken regelmäßig – also mindestens einmal in der Woche – Alkohol. Etwa jeder siebte Jugendliche (14,7 %) berichtet bezogen auf die letzten 30 Tage vor der Befragung von mindestens einem Tag mit Rauschtrinken.

Die Drogenaffinitätsstudie ergab außerdem, dass etwa jeder zehnte 12- bis 17-jährige Jugendliche (10,6 %) schon einmal eine illegale Droge konsumiert hat. Der Konsum illegaler Drogen wird von Cannabis dominiert. Von den 12- bis 17-jährigen Jugendlichen haben 10,4 % und von den 18- bis 25-jährigen Erwachsenen 46,4 % Cannabis zumindest einmal ausprobiert. Die Konsumerfahrung mit anderen Substanzen fällt deutlich geringer aus. Die Lebenszeitprävalenzen des Konsums von Ecstasy, LSD, Amphetamin, Crystal Meth, Kokain, Crack, Heroin, neuen psychoaktiven Stoffen, Schnüffelstoffen und psychoaktiven Pflanzen betragen für Jugendliche jeweils weniger als ein Prozent.

Sind das jetzt alles Fälle für Art. 33 der UN-Kinderrechtskonvention? Nein. Denn welche Suchtmittel in der UN-KRK genau gemeint sind, ist nicht in ihr geregelt. Der UN-Kinderrechtsausschuss verweist aber auf weitere internationale Vereinbarungen wie das Einheits-Übereinkommen über die Betäubungsmittel (1961). Das heißt aber, dass nur einige Suchtmittel unter Artikel 33 UN-KRK fallen,  Alkohol und Tabak sind beispielsweise nicht darunter. Aber keine Sorge, Kinder sind diesen Suchtstoffen nicht einfach so ausgeliefert.

Die Staaten sind hier zum Handeln verpflichtet. Als Maßnahmen gelten hier beispielsweise Aufklärungskampagnen, die Errichtung von Beratungsstellen und Hotlines. Vor allem soll es ein breites Präventionsangebot geben, die Strafverfolgung soll nicht im Mittelpunkt der staatlichen Aktivitäten stehen.

 

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