Kinder aus einkommensschwachen Familien sollen trotz Corona nicht hungern müssen


24. März 2020

Die Deutsche Kinderhilfe – Die ständige Kindervertretung e. V. ist in großer Sorge.

 Vor der Corona-Krise gingen kleinere Kinder in die Kita oder Tagespflege und die etwas älteren in die Schule. Dort hatten sie ihr „Vesper-Paket“ (oder sie bekamen etwas von anderen ab) oder es gab die Schulverpflegung, die für Kinder aus einkommensschwachen Familien aus dem Bildungs- und Teilhabepaket finanziert wurde. Dies alles fällt jetzt bis auf weiteres weg.

Zu Hause werden sie mehr oder weniger beschäftigt, die etwas älteren Kinder bekommen immerhin (je nach verfügbarer Technik) einen eingeschränkten Unterrichtsstoff digital vermittelt.

Aber es kann nicht sein, dass Kinder zu Hause vor einem leeren Kühlschrank stehen oder ihre Eltern nichts Warmes für sie kochen (können) – weil sie kein Geld haben oder weil ein Sucht- oder anderes Problem besteht.

Was können die Kinder dafür?

Das bislang vorhandene einigermaßen funktionierende System ist aus dem Gleichgewicht geraten und jetzt ist es an uns, das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Was können wir hier tun?

Den Jugendämtern unseres Landes sind die Familien bekannt, die besondere Hilfe benötigen und bei denen das Geld so knapp ist, dass die Kinder auf fremde Unterstützung angewiesen sind.

Und wenn denn aus Gründen des Infektionsschutzes die Verpflegung nicht in der Kita, in der Tagepflege oder in der Schule erfolgen darf, dann sind Ausgabestellen einzurichten, in denen sich diese Kinder - z. B. gegen Vorlage eines Gutscheines – ein Frühstück oder wenigstens ein warmes Mittagessen abholen können.

Es wäre in der gegebenen Situation auch mehr als peinlich, jetzt noch über eine mögliche Stigmatisierung sprechen zu wollen. Diese Kinder haben einfach Hunger! Und sie haben ein Recht darauf, etwas zu essen und zu trinken zu bekommen!

Diese kommunalen Ausgabestellen sind den betroffenen Familien bekannt zu machen - sei es durch individuelle Anschreiben oder durch Bekanntgabe in den Medien.

Bei der Essenausgabe könnten sich vorhandene Seniorenbörsen in den Landkreisen und kreisfreien Städten unter Beachtung des Infektionsschutzes mit bei der Zubereitung des Essens einbringen, während die Ausgabe durch andere Freiwillige erfolgen könnte, z. B. diejenigen, die zurzeit in den Ämtern weniger oder gar nicht benötigt werden.

Wir können nicht alles immer nur dem Staat überlassen und abwarten. Der Staat sind wir alle. Und es sind nicht die Kinder unserer Nachbarn, es sind unser aller Kinder.

Die Kinder, die uns im Alter einmal achtsam und in Würde begleiten und pflegen sollen!

Jetzt haben wir erst einmal für sie da zu sein und nicht umgekehrt!

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