Die Fridays for future sind gelebte Kinderrechte


19. September 2019

Berlin. Die Deutsche Kinderhilfe – die ständige Kindervertretung e.V. begrüßt die Demonstrationen junger Menschen beim globalen Klimastreik als „gelebte Kinderrechte“ und wirbt für ihre Integration in den Schulunterricht, statt ihrer Ablehnung als „Schulschwänzen“.

„Dass heute die globalen Klimastreiks der jungen Menschen und der Weltkindertag zusammenfallen, hat Symbolkraft, denn tatsächlich handelt es sich bei der Fridays for Future Bewegung um gelebte Kinderrechte.“, sagt Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe- die ständige Kindervertretung. „Die in Deutschland verbindliche UN-Kinderrechtskonvention garantiert jungen Menschen ebenso wie das Grundgesetz ihr Recht auf freie Meinungsäußerung, auf Demonstration und auf gesundes Aufwachsen. Genau diese Rechte nehmen die jungen Leute wahr.“

Becker bedauert, dass innerhalb der inzwischen von der Gesamtgesellschaft geprägten Bewegung, noch immer die Schulabwesenheit der beteiligten Schüler*innen betont werde, statt auf die wissenschaftlich fundierten Argumente der jungen Menschen zu hören.

„Die Sanktionsmöglichkeiten im Schulrecht sollen Schulen ermöglichen, ihren gesetzlich normierten Bildungs- und Erziehungsauftrags gegenüber den Schüler*innen zu erfüllen. Hier darf nicht vergessen werden, dass die meisten Schüler*innen nur wenige Stunden in der Schule fehlen, dass sie das Verpasste nachholen können, so wie sie es bei Krankheit und -ein viel größeres Problem- bei den vielen Ausfallstunden aufgrund des Fachkräftemangels tun und dass dies ihren Bildungserfolg nicht nachhaltig beeinträchtigen wird. Schulen sollen junge Menschen zu mündigen und verantwortungsvollen Bürger*innen erziehen, die sich, das sagen die Landesschulgesetze wörtlich,  nach kritischer Auseinandersetzung mit der Gesellschaft aktiv für ihre Umwelt und das Klima einsetzen. Genau das tun die Aktivist*innen.“ In der Abwägung müsse bereits bezweifelt werden, ob hier überhaupt von „Schulschwänzen“ gesprochen werden könne, eine Sanktionierung der jungen Menschen könne aber kaum verhältnismäßig sein., so Becker.

Becker wirbt für Dialog statt Frontenbildung. „Die Themen von Fridays for Future könnten in einer Vielzahl von Unterrichtsfächern aufgegriffen und bearbeitet, die Teilnahme an den Kundgebungen mit Arbeitsaufträgen ausgestaltet und die Veranstaltungen im Unterricht vor- und nachbearbeitet werden. Die Lehrpläne geben zahlreiche Anknüpfungspunkte dafür und machen Unterricht so lebensnah, attraktiv und zeitgemäß. Ein kooperativer und konstruktiver Dialog zwischen Schüler*innen, Eltern, Lehrpersonal und Verwaltung wird sich als nachhaltiger und effektiver erweisen als ein pauschalisierender Machtkampf um das letzte Wort.“

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