Ermittlungsstand im Missbrauchsfall von Kinderpornografie-Netzwerk in NRW


13. Dezember 2019

Warum sind Kinder als Betroffene von sexueller Gewalt für das Bundesjustizministerium immer noch "minderwertig"?

Nach der Ignoranz des Beschlusses des Innenministerkonferenz im Juni in Kiel und nach der nochmaligen Präzisierung der Forderungen in der Dezember-Konferenz in Lübeck bleibt das Bundesjustizministerium trotz immer neuer weiterer verstörender Erkenntnisse der Fahnder in NRW weiter wie "eingeigelt".

Natürlich lösen höhere Strafen gegen die Verantwortlichen nicht alle Probleme, aber sie zeigen den Betroffenen, was sie unserer Justiz wert sind und sie können das sehr geringe Entdeckungsrisiko in Deutschland zumindest teilweise kompensieren.

"Wie wollen Sie einem 13jährigen von sexueller Gewalt betroffenen Kind erklären, dass die Tat nur ein Vergehen ist, während die gleiche Handlung aus den gleichen Motiven gegen einen Erwachsenen ein Verbrechen und damit ein besonders schwerer Rechtsbruch ist?

Wie wollen Sie erklären, dass die Mindeststrafandrohung bei der Tat gegen das Kind nur 6 Monate beträgt und bei dem betroffenen Erwachsenen 1 Jahr?

Warum beträgt die Strafandrohung für den Besitz von so genanntem kinderpornografischen Material, dem ausnahmslos sexuelle Gewalt zu Grunde liegt, nur bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe und beim bloßen Ladendiebstahl dagegen bis zu 5 Jahre," fragt Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe - Die ständige Kindervertretung e. V.

"Es passt nicht zusammen, wenn das Bundesjustizministerium bis zum Jahresende einen Vorschlag für die Implementierung der Kinderrechte in das Grundgesetz vorlegen will und gleichzeitig im Strafgesetzbuch Kinder weiterhin Opfer von minderem Wert sein lässt", kritisiert Becker.

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