Studie der Hochschule Koblenz zur Situation der Jugendämter schlägt hohe Wellen. Fachkräfte der Allgemeinen Sozialen Dienste (ASD) bemängeln Arbeitsbedingungen auf Kongress


16. Mai 2018

Im Nachklang zur Studie „Berufliche Realität im ASD: Soziale Arbeit in strukturellen Zwängen“ fand am Dienstag, 15. Mai 2018, im Haus der Bundespressekonferenz ein Kongress für Fachkräfte im ASD statt.

 

Auf Einladung der Deutschen Kinderhilfe e.V. trafen sich über 100 Fachkräfte aus den Allgemeinen Sozialen Diensten der Jugendämter aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie diskutierten über die Ergebnisse der auf der Bundespressekonferenz vorgestellten Studie zu den Rahmenbedingungen ihrer Tätigkeit. In mehreren Foren wurden Vorschläge erarbeitet, um ihre Arbeit zum Wohle der Betroffenen zu verbessern und zu optimieren.

 

Im Anschluss an den Kongress wurde politischen Vertreterinnen und Vertretern ein Forderungskatalog überreicht.

 

Die Mitarbeitenden des ASD wünschen sich unter anderem:

 

 

  1. Mehr finanzielle Ressourcen zur Bewältigung der Aufgaben des Kinder- und Jugendhilfegesetzes

  2. Eine Fallzahlbegrenzung von 35 Fällen (Hilfen zur Erziehung) pro Fachkraft

  3. Zeit und Raum, um Kinder umfassend am Hilfeprozess zu beteiligen

  4. Eine bessere personelle und technische Ausstattung

  5. Mehr Wertschätzung und Anerkennung der Profession der Sozialen Arbeit sowie eine organisierte Lobby für die Berufsgruppe

  6. Eine Einarbeitungszeit für Berufseinsteiger von mindestens sechs Monaten

  7. Die Einrichtung einer unabhängigen Ombudsstelle für Fachkräfte

  8. Eine gute Zusammenarbeit und eine gemeinsame Qualitätsentwicklung bezüglich der Leistungserbringung mit den freien Trägern der Jugendhilfe

Der vollständige Forderungskatalog ist unter www.kindervertreter.de/de/projekte einzusehen.

 

Tenor des Kongresses war, dass engagierte Fachkräfte eine wichtige und gute Arbeit mit Kindern und ihren Familien leisten. Um diese professionell auszuüben, seien verbesserte strukturelle Grundvoraussetzungen dringend notwendig. Bereits auf dem Kongress kündigten Bundestagsabgeordnete an, dass die Studienleiterin, Professorin Kathinka Beckmann, eine Einladung in den Ausschuss für Familien, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages erhalten würde. „Eine rundum gelungene und äußerst anregende Veranstaltung, die deutlich machte, welche hohe Wertschätzung unsere Jugendämter in Deutschland trotz all ihrer Probleme genießen“, lautete das Fazit von Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe e.V. 

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