REPORTAGE "Die Gesellschaft will davon nichts wissen" Die furchtbaren Bilder, das Leid der Opfer, die Ausreden der Täter – Menschen im Kampf gegen Kinderpornos


14. Februar 2019

stern.de /

Hinter jedem Foto steckt ein Missbrauch. Millionenfach sind kinderpornografische Bilder und Videos im Internet zu finden. Die Zahl der Ermittler, die die Täter jagen, scheint grotesk klein.

Schmal ist der Raum, nüchtern, an der Wand prangt eine rote Alarmleuchte – die allerdings keine Funktion hat. Die vier Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Rostock schauen sich auf den drei Monitoren pro Schreibtisch oft unerträgliche Bilder an. Ihre Abteilung ist klein, ihr Aufgabengebiet, die Kinderpornografie, unermesslich groß. "Wir stehen einem riesigen Berg gegenüber", sagt Matthias Ritter, 40. Der Kriminalhauptkommissar denkt bei diesen Worten an die weltweit wohl in die Millionen gehende Zahl der Täter.

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Derzeit gilt für den Besitz von Kinderpornografie eine Strafandrohung von maximal drei Jahren. Ein Ladendieb kann fünf Jahre bekommen. Die Mindeststrafe für sexuelle Gewalt gegen ein Kind beträgt aktuell sechs Monate – und sei somit nur ein Vergehen, erläutert Kinderhilfe-Chef Becker. Wohnungseinbruch sei dagegen mit mindestens einem Jahr Strafe zum Verbrechen gemacht worden. "Eigentum einen höheren Stellenwert einzuräumen als der körperlichen Unversehrtheit und der ungehinderten Entwicklung einer eigenen Sexualität unserer Kinder ist einfach nur peinlich und absurd", schimpft er.

Clipping: https://www.stern.de/panorama/stern-crime/kinderpornografie--der-schwierige-kampf-der-ermittler---reportage-8579842.html
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