Lügde-Kommission legt Bericht vor - Gute Ansätze mit nicht auszuschließenden unerwünschten Nebenwirkungen


17. Dezember 2020

Die Lügde-Kommission hat ihren Bericht vorgelegt.

Sie macht konkrete Vorschläge, wie die Arbeit der Jugendämter zum Schutz unserer Kinder verbessert werden kann. Sehr gute Vorschläge, die die Deutsche Kinderhilfe - Die ständige Kindervertretung selber schon vorgetragen hat und nicht nur deshalb teilt.

Dennoch sind wir in Sorge.

Denn wieder einmal scheint man Verantwortliche – hier die Jugendämter – gefunden zu haben. Man hat eine Untersuchungskommission eingesetzt, es werden Vorschläge zur Verbesserung gemacht und alles scheint in Ordnung zu sein und man kann zur Tagesordnung übergehen. Und genau das wäre einmal mehr einer der wesentlichen Fehler im Kinderschutz und damit falsch.

"Denn es gibt nicht DEN oder DIE Verantwortlichen ebenso wie es nicht DIE Lösung für alle Schwachstellen und Probleme im Kinderschutz gibt", kritisiert Rainer Becker, Ehrenvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe e. V.

"Es hat zunächst einmal um mehr Haltung zum Schutz unserer Kinder zu gehen und um ein nachhaltiges Leben dieser Haltung" und nicht darum, irgendeinen irgendwie Verantwortlichen zu benennen und dann einfach wieder zur Tagesordnung überzugehen," kritisiert Becker. "Hinzu kommt weiterhin, dass diejenigen, die sich doch eigentlich für den Schutz unserer Kinder engagieren wollen, sich oft gegenseitig nahezu "zerlegen" und so jahrelange Arbeit und Fortschritte am Ende nicht selten ‚zerreden‘ und ‚zerschreiben‘ bis schließlich gar nichts mehr gemacht wird".

Als Beispiel führt Becker die Vorschläge der Bundesjustizministerin zu Nachbesserungen im Strafgesetzbuch und Nebengesetzen an, die jüngst in einer Expertenanhörung im deutschen Bundestag diskutiert und kritisiert wurden (https://www.bundestag.de/presse/hib/812150-812150).

Statt die positiven Auswirkungen für das große Ganze zu erkennen, wurde kleinteilig kritisiert, was in der Tat noch nachgebessert werden sollte und so der Anschein erweckt, dass das ganze Paket dem Grunde nach nichts taugen würde.

"Es ist schon eine verkehrte Welt, wenn ausgerechnet ich als einer der schärfsten Kritiker unserer Bundesjustizministerin ihr jetzt wünsche, dass sie sich mit ihren Vorschlägen gegen die vielen Kritiker durchsetzen wird. Aber sonst bleibt am Ende gar nichts von dem sehr guten Gesamtpaket übrig und alle können gesetzliche Defizite beklagen wie bisher – zu Lasten unserer Kinder – und eigentlich sollte es doch um sie und nur um sie gehen," so Beckers verärgertes Fazit.

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