Deutsche Kinderhilfe e.V. fordert Einführung eines bundesweit verbindlichen Hundeführerscheins


13. April 2018

Die Deutsche Kinderhilfe e.V. fordert die Einführung eines Sachkundenachweises zum Halten eines Hundes. Dieser sogenannte Hundeführerschein soll ausnahmslos für alle Hundehalterinnen und Hundehalter bundesweit verbindlich gelten.

Die hessische Landestierschutzbeauftragte, Dr. Madeleine Martin, unterstützt diese Forderung ausdrücklich: „Ein verbindlicher Hundeführerschein mit theoretischem Teil vor der Anschaffung des Hundes und praktischer Ausbildung danach, ist für mich nicht nur eine Verbesserung des Tierschutzes, sondern gerade auch eine Verbesserung der Sicherheit von Kindern. Viele Menschen unterschätzen die Belastungen, die eine artgerechte Hundehaltung mit sich bringt und zu viele Menschen kaufen spontan Hunde, wissen weder über Verhaltensweisen noch über Hundeerziehung  Bescheid.“

 

Rasselisten alleine, die mit Ausnahme von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen in allen Bundesländern existieren, bieten keinen umfassenden Schutz vor Hundeunfällen. Es bedarf strengerer Regelungen, die nicht nur den Hund, sondern verstärkt auch die HundehalterInnen betreffen. Ob diese Vorgaben eine Belastung für HundehalterInnen darstellen, kann aus Sicht des Kinderschutzes nur zweitrangig sein.

 

Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, erläutert dazu: „Eine Abwägung zwischen dem Interesse der HundehalterInnen und dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit muss ausnahmslos und unzweifelhaft zugunsten des Kindes entschieden werden.“ Gerade bei Kleinkindern sei die Gefahr, durch Hunde verletzt zu werden, sehr groß. Das hängt einerseits mit ihrer Körpergröße und andererseits mit ihrer spontanen und lebhaften Art zusammen, so Becker.

 

In den vergangenen Wochen gab es mehrere Übergriffe durch Hunde auf Kinder. So starb der sieben Monate alte Jannis im hessischen Bad König, nachdem der Familienhund, vermutlich ein Staffordshire-Mix, ihm in den Kopf gebissen hatte. In Zerkwitz wurde ein vier Jahre altes Mädchen von einem Collie im Gesicht und im Hüftbereich schwer verletzt. In Stendal wurde ein neunjähriges Mädchen durch Hundebisse in Gesicht, Arm und Bein schwer verletzt.  

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