Keine inklusive Betreuung von Flüchtlingskindern


10. März 2015

Ganz aktuell hat die Diakonie dem Land Mecklenburg-Vorpommern Hilfe bei der Betreuung von Flüchtlingen angeboten. So seien die evangelischen Kitas und die Schulen in Trägerschaft des Diakonischen Werkes bereit, Flüchtlingskinder aufzunehmen, hieß es am Dienstag in Schwerin am Rande einer Konferenz der Geschäftsführer der Diakonischen Dienste und Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern.

Auch anderswo setzt man sich intensiv mit der Frage auseinander, wie der in den kommenden Monaten erheblich anwachsende Strom unbegleiteter Flüchtlingskinder in Deutschland aufgenommen werden kann. Dabei geht es doch um sehr viel mehr als eine bloße Unterbringung. So werden z.B. dringend Pflegeeltern gesucht, die unbegleitete Flüchtlingskinder aufzunehmen bereit sind, obwohl dies nur die Ausnahme sein kann und bleiben dürfte. Bereits die meisten deutschen Pflegekinder sind oft schon traumatisiert. Das Leben mit ihnen ist daher nicht unproblematisch. Zum anderen kommt bei den Flüchtlingskindern noch hinzu, dass sie aus fremden Kulturkreisen zu uns kommen, dabei oft einer anderen Religion angehören, meistens weder die deutsche Sprache noch irgendeine der gängigen „Mittlersprachen“ kennen und in aller Regel durch kriegerische Ereignisse in ihrer Heimat ganz besonders schwere Erinnerungen zu bewältigen haben. Darüber hinaus handelt es sich bei den eingereisten Kindern überwiegend um Jugendliche, die ohnehin eher nicht so gut für eine Unterbringung in einer Pflegefamilie geeignet sind.

 

Die meisten Pflegefamilien dürften daher durch die Aufnahme von Flüchtlingskindern überfordert sein, sodass in der Mehrzahl der Fälle ein Wohnen in betreuten Einrichtungen anzuraten ist. Hierbei besteht allerdings das Problem, dass Flüchtlingskinder gemeinsam mit den in Obhut genommenen deutschen Kindern untergebracht werden, obwohl sie eine sehr viel speziellere Betreuung benötigen. „Dies ist nicht nur zu wenig, dies dürfte sowohl den Flüchtlingskindern als auch den deutschen Kindern in den Betreuungseinrichtungen mehr schaden als nützen“ erklärt hierzu Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe e. V.

Aus diesem Grunde fordert die Deutsche Kinderhilfe, dass in allen Bundesländern in ausreichender Zahl Betreuungseinrichtungen mit  spezialisierten Sozialpädagogen/-innen, Psychologen/-innen und Pädagogen/-innen für Flüchtlingskinder vorzuhalten sind. Diese sollten zudem so weit wie möglich Religion, Sprache und Kulturkreis der Kinder berücksichtigen.

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