Lehren aus dem Fall Yagmur


18. Dezember 2015

Hamburg. Die Deutsche Kinderhilfe e.V. gedenkt heute gemeinsam mit regionalen Kinderschützerinnen und Kinderschützern der kleinen Yagmur.

Yagmur starb 2013 im Alter von drei Jahren nach monatelangen Misshandlungen durch die leibliche Mutter, obwohl sie Zeit ihres Lebens unter der Aufsicht des Jugendamtes und anderer Verantwortungsträger stand.

Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, hat klare Vorstellung von notwendigen Verbesserungen im Kinderschutz: „Es darf nicht dem Zufall und der individuellen Haltung des ASD-Mitarbeitenden überlassen bleiben, ob und wie die Rechtsmedizin, die Gerichte oder die Staatsanwaltschaft einbezogen werden. Es braucht bundesweit einheitliche Standards für den Umgang mit Kindeswohlgefährdungen. Es braucht mehr und ausführlicherer Kommunikation im Helfersystem. Und Zeit dafür. Wir brauchen Fallobergrenzen. Das schafft mehr Sicherheit für die Kinder, aber auch für die Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendhilfe.“

Birgit Nabert, Vorsitzende des Vereins „Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien in Schleswig Holstein“ und Volker Krampe vom Pflegeelternrat Hamburg fordern, die Rechte von Pflegefamilien zu stärken. „Es kann nicht von einer generellen Kindeswohldienlichkeit von Besuchskontakten oder der Rückführung von Pflegekindern in die Herkunftsfamilie ausgegangen werden“, so Volker Krampe. “Hier müssen die Bedürfnisse des individuellen Kindes besser berücksichtigt werden.“

 

Auch Prof. Dr. Ludwig Salgo fordert Änderungen im Pflegekinderwesen und mahnt, bekannt gewordene Fehler und Fehlentwicklungen schonungslos offenzulegen und aus diesen Erfahrungen zu lernen.

 

„Für Yagmur kam die Hilfe zu spät, aber ihr Tod hat zu einem Umdenken in der Politik geführt.“, sagt Birgit Nabert und hofft, „dass vielen Kindern in vergleichbarer Not durch ein solches Umdenken geholfen werden kann.“

Auf die Umsetzung der Empfehlungen des Untersuchungsausschusses „Yagmur“ der Hamburger Bürgerschaft setzt auch Michael Lezius. Er hat die Yagmur-Stiftung ins Leben gerufen, welche ab 2016 den „Yagmur-Erinnerungspreis vergibt. „Es sollen Menschen ausgezeichnet werden, die sich besonders für die Rechte und den Schutz von Kindern einsetzen.“

 


Pressekontakt

Deutsche Kinderhilfe e.V. – Die Kindervertreter                          

Rainer Becker

Telefon: 0151 17 48 92 89                              

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